Wenn ich in den Spiegel blicke, blickt er in mich hinein.

Draußen vor dem Tor ist Wald, eine Birke weiß und schwarz, die Blätter sind längst gefallen.

Ich höre euch nicht, ich fürchte euch, bis das Licht die Erde durchbricht.

Wenn du aus der Leere schreitest, blicke ich in tiefe Schatten.

Drinnen hinter dem Tor ist Stille.

Ein Tisch leer und golden, der Kaffee längst kalt.

Deine Reue wird einst einsam sein
In grauer Schrift an einem düstren Stein
Kein Blick der aus der Menge schreit
dich noch stört in deiner Einsamkeit

Finster die Nacht, kein Stern, kein Licht
Finster der Tag, keine Sonne, kein Gedicht

Deine Freude wird einst nicht mehr sein
In grauer Schrift an einem hellen Schein
Aus der Einzahl dir die Mehrzahl sagt
Wo du dich verformst, nichts mehr tagt 

Finster die Nacht, kein Stern, kein Licht
Finster der Tag, keine Sonne, kein Gedicht

Deine Moral wird einst erloschen sein
In unsichtbarer Schrift am letzten Schrein
Dir die infame Schönheit in der letzten Zeit
Die auserkorene Zukunft, lustlos vertreibt 

Finster die Nacht, kein Stern, kein Licht
Finster der Tag, keine Sonne, kein Gedicht

– Manuel D. H.